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Eine offizielle Rückruf- oder Info erhielt Bikersjournal.de bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Auch im Online-Pressebereich ist bis dato keine Rede davon. Jedenfalls geht's mal wieder um die Sicherheit der Bremsanlage - diesmal um jener des Topsellers R1200GS.
Im Falle der Verwendung von Handprotektoren kann es vorkommen, dass der ABS-Handbremshebel - im übertragenen Sinne sozusagen also das bayerische Argusauge schlechthin - zu innigen Kontakt mit jenem Schützer bekommt. Wenn mal da vor lauter Schutz die ganz normale Sicherheit nicht auf der Strecke bleibt.
Um seine Kunden nicht völlig in Unsicherheit zu wiegen, schrieb der Hersteller - mit ein wenig Verspätung - seinen Kunden schließlich Folgendes:
Zitat BMW-Schreiben vom Juni 2008 ... "... Wir möchten Sie mit diesem Schreiben darüber informieren, dass es unbedingt notwendig ist, die Freigängigkeit der Handhebel vor jeder Fahrt zu überprüfen und empfehlen auch auf eine mögliche Verdrehung der Handprotektoren zu achten.
Diese mögliche Verdrehung des Handprotektors kann z.B. durch unsachgemäßen Transport von Motorrädern oder im Zuge des Rangierens durch Anstoßen des Handprotektors an Wänden oder anderen Gegenständen verursacht werden ... Sind die Handhebel nicht freigängig, kann es durch die Behinderung mit dem Handprotektor zu einer leichten Betätigung von Handbrems- bzw. Kupplungshebel kommen. Eine leichte Betätigung des Handbremshebels kann dazu führen, dass der Radbremskreis hydraulisch geschlossen wird.
Durch leicht anliegende Bremsbeläge oder mit zunehmender Zahl von Bremsvorgängen erwärmt sich die Bremsanlage bei geschlossenem Bremskreis mit der Folge einer zunehmenden Bremswirkung am Vorderrad. Bemerkt der Fahrer diesen unbeabsichtigten Bremsvorgang nicht rechtzeitig, ist im Extremfall ein Selbstverstärkungseffekt bis zur vollen Verzögerung am Vorderrad nicht auszuschließen. Bei Motorrädern mit ABS erfolgt dann eine geregelte Vollbremsung. Bei Motorrädern ohne ABS oder abgeschalteten ABS kann das Vorderrad unter Umständen blockieren.
Ein verdrehter Handschutz auf der Seite des Kupplungshebels kann dazu führen, dass die Kupplung leicht geöffnet wird und so der Kupplungsschlupf während der Fahrt zunimmt. Im Grenzfall kann dieser Schlupf zur Überlastung der Kupplungsbeläge durch Reibungswärme führen.
... Bitte nehmen Sie den Zusatz zur Bedienungsanleitung zu Ihren Fahrzeugunterlagen, damit sichergestellt ist, dass dem Fahrzeug über die gesamte Lebensdauer die erweiterte Bedienungsanleitung beiliegt. Sollten Sie das oben genannte Fahrzeug verkauft haben, bitten wir Sie, dieses Schreiben samt Anlagen möglichst bald dem neuen Besitzer zukommen zu lassen."
Ende des Schreibens.
"Aus dem veröffentlichten Text kann geschlossen werden, dass in einer Meldung mit der Referenz-Nummer 12 - 0738/08 im EU-Schnellwarnsystem RAPEX über BMW-Motorräder vom Typ R1200GS gewarnt wird, weil von ihnen Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit der Verwender ausgehen.", äußert sich Dauerkritiker Alex Ries gegenüber der Presse. Bestätigen kann das die Redaktion von Bikersjournal.de zwar nicht, doch ist die Kritik an sich nicht grundsätzlich von der Hand zu weisen.
Laut Ries wurde die in Deutschland eingeleitete Rückrufmaßnahme zur Beseitigung der Mängeln für die Verkehrssicherheit mittels nachträglich beigefügtem Einlegeblatt zur Bedienungsanleitung erreicht. Ein mahnender Aufkleber soll zudem auch flüchtige Augen erreichen. (BJ)
Zum Forum: BMW und die Presse im Zentrum der Kritik
BMW R1200GS Motorrad-Rückruf: Selber zahlen ???
Honda CBR 600 RR und Fireblade 2009 auch mit ABS
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Ich gehöre, im Gegensatz zum Autor und z.B. Herrn Ries, zu den Motorradfahrern, die sich selbst für den technischen Zustand ihres Fahrzeugs verantwortlich fühlen, ich brauche keine Gebrauchsanweisung um für den ordnungsgemäßen technischen Zustand zu sorgen. Wenn das Motorrad umgefallen ist kontrolliere ich auch shcon mal alle Teile auf korrekten Sitz. Aber das ist manchem Sonntagfahrer halt zu viel drum schreit er gleich wieder Rückruf!
"Die müssen die Premium-Kunden auch noch selbst verkleben" LESEN BILDET! Können NICHT müssen... weiter hab ich dann nicht mehr gelesen... die Hetzerei geht mir aufn Sack!
Es ist schon ein Drama für die betroffenen Kunden: Die von der BMW AG in Deutschland eingeleitete "Rückrufmaßnahme zur Beseitigung von erheblichen Mängeln für die Verkehrssicherheit" besteht in einem Einlegeblatt für die Bedienungsanleitung und in Warn-Aufklebern. Die müssen die Premium-Kunden auch noch selbst verkleben
Aber schon seit Oktober 2007 (!) werden R1200GS-Motorräder mit Handschützern ausgeliefert, die sich deutlich im Aufbau von den bisherigen Handschützern unterscheiden. Sie sind konstruktiv so abgeändert wurden, dass die Gefährdung der Verwender nicht mehr auftritt, haben eine andere Teilestruktur; u.a. sind sie so mit einer zusätzlichen Schraube gegen Verdrehen gesichert worden. Ferner verhält es sich so, dass die neuen Protektoren um etwa eine viertel Umdrehung nach oben und nach unten bewegt werden können. Sie sind dabei wesentlich schmaler gestaltet, und könnten weder den Bremshebel, noch den Kupplungshebel berühren, bedingt durch das spezifisch modifizierte Design.
Da entsteht ja der Eindruck, als ob deutlich vor Oktober 2007 die Gefährdung durch die alten Handprotektoren durch BMW erkannt worden ist, immerhin muss ja eine Neukonstruktion oder Modifikation zunächst einmal entwickelt und dann vorproduziert werden. Ja es könnte weiter doch der Eindruck entstehen, dass Verantwortliche der Fa. BMW AG bereits vor Oktober 2007 Kenntnis davon hatten, dass es bei „normaler Benutzung“ von BMW R1200GS-Motorrädern mit Handprotektoren zu Gefährdungen wie Unfällen und Verletzungen kommen kann. Eine detaillierte Unterrichtung der Kunden insgesamt erfolgte aber erst durch die Änderung der Hinweise in der Bedienungsanleitung und durch Warnhinweise in Form von Aufklebern, nach Beginn der Ermittlungen des Kraftfahrt-Bundesamtes wegen eines Unfalls hin im Januar 2008. Also Anfang Juni 2008. Warum hat man so lange damit gewartet?
Das hätte schon deutlich früher erfolgen sollen, die Warnung an die Kunden. Vielleicht wären dann Unfälle und Verletzte verhindert worden.