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Fahrbericht BMW K 1300 GT
03.06.2009

Das (An)Reisemotorrad. Der jüngste Tourenbrummer aus bayerischem Hause ist nicht nur mit dem potenten 1300er Vierzylinder ausgerüstet - kann die mit kompletter Touringausstattung versehene BMW K 1300 GT mehr als Kilometerfressen?


Mächtig ist sie schon, die K 1300 GT, wie sie da vollverschalt bereit steht und nur darauf wartet, von mir bewegt zu werden. Den imposanten Eindruck verdankt sie aber nicht nur ihrer großflächigen Verkleidung, auch die beiden serienmäßigen Seitenkoffer und vor allem das optionale Topcase lassen sie riesig wirken. Zum Abbocken verlangt der Fünfeinhalbzentner-Brocken den ganzen Mann, so dass ich fortan auf diese kraftraubende Hebelarbeit lieber verzichte und die GT wo irgend möglich auf dem Seitenständer parke. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass das Schwungbein beim Aufsteigen leichter über die Sitzbank schwingt, die in erstaunlichen 840 Millimeter Höhe rangiert. Flugs setze ich die in zwei Höhen justierbare Bank werkzeugfrei auf die niedrigere Stufe von 820 Millimetern, was mir 175-cm-Mickermännchen eine deutlich bessere Kontrolle vermittelt, leider aber auch die zuvor tadellose Formschlüssigkeit von Polster und Verkleidung aufhebt.

Dafür bietet die dicke BMW ein ausladendes, bequemes Plätzchen, das den Fahrer gut integrieren kann trotz der relaxten Haltung. Minimal fällt die Oberkörpervorlage an den vierfach in der Höhe und dadurch im Abstand zum Fahrer verstellbaren Lenker aus, auf der langen, für guten Stand aber schmalen  Sitzbank dürfte jedes Hinterteil genügend Platz finden. Nur eine hintere Abstützung wäre wünschenswert. Getrennt und leicht erhöht sitzt die Sozia auf dem großzügigen Beifahrerplatz, hier lässt sich jedoch kein inniger Kontakt zum Fahrer aufbauen. Vorzüglich fällt der Wind- und Wetterschutz hinter der weiten Verkleidung aus, vom linken Lenkerende aus wird die elektrisch höhenverstellbare Scheibe bedient. Am besten eliminiert eine rund ein Drittel ausgefahrene Scheibe Luftwirbel. Höher ausgefahren liegt der obere Scheibenrand im Sichtfeld, darunter fällt die Wirkung eher mau aus. Atemlose Stille herrscht leider in keiner Stellung, auf langen Touren helfen nur die bewährten Ohrenstöpsel.

Gegen Langeweile hilft das Display des aufpreispflichtigen Bordcomputers, das eine Vielzahl nützlicher Informationen auf Knopfdruck vom Info-Schalter am linken Lenkerende ausspuckt. Über zwei Drucktasten am Display können die Tageskilometerzähler genullt werden. Daten wie Kühlmitteltemperatur, Tankinhalt, Uhrzeit oder der gerade eingelegte Gang können abgelesen werden, abrufbar sind außerdem Kilometerstand, Tageskilometer, Verbrauchsanzeigen und die noch verbleibende Reichweite nach Erreichen des Reservestandes. Darauf sollte man sich jedoch nicht zu sehr verlassen, die Kilometerangabe kann sich durch die nicht korrekte Berechnung des Verbrauchs als trügerisch erweisen: Während das Display 6,6 Liter für die flotte Autobahnhatz ausspuckte, ergab der Taschenrechner nach Füllen des Spritfasse 7,5 Liter mit entsprechend geringerer Reichweite und den notwendig gewordenen Anruf beim ADAC.

Womit wir beim Herzstück angelangt wären, dem neuen flüssigkeitsgekühlten Reihenvierer, der die dreiköpfige K-Reihe aus Tourensportler S, unverkleideter R und eben dem Tourendampfer GT frisch belebt. Auf 1.293 Kubik aufgebohrt führt die K 1300 GT satte 160 PS und ein kräftiges Drehmoment von 135 Newtonmeter auf der Habenseite. Neben größerer Kolben für die Hubraumaufstockung sorgen flankierende Maßnahmen im Motorinneren für optimierte innere Strömungsverhältnisse, eine neue Auslasswalze im Auspuffkrümmer verbessert das Geräuschverhalten wie die Drehmomententfaltung im unteren Drehzahlbereich.

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