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Fahrbericht Buell 1125 CR
16.10.2008

Potent, eigenwillig - und gesegnet mit einem bärigen Twin der Extraklasse: mit der 1125R stellte Eric Buell eine echte Sportkanone auf die Räder. Für die neue Saison folgt nun die Streetfighter-Variante nach. Technisch eng verwandt - vom Stil her jedoch ganz anders gestrickt zitiert die 148 PS starke 1125CR die klassischen Café Racer mit modernen Mitteln. In Berlin bestand kürzlich die Möglichkeit einer ersten Begegnung mit der 11.599 Euro kostenden Amerikanerin


Schon der erste Eindruck macht deutlich, dass die Mannen aus Wisconsin ein Bike im Sinn hatten, das optisch klare Statements abliefert. Das aggressive Design zeugt von der Motorkraft, noch bevor der Schlüssel im Zündschloss steckt. Minimalistisch böse blickt die Lampenverkleidung nach vorne, seitlich blähen sich Kühlerschächte wie Nüstern auf. Wer gerne auffällt, der ist mit der 1125CR gut beraten. Ganz egal, ob man jetzt die rote oder die schwarze Variante wählt.

Gut beraten waren die Herren Ingenieure auch, als sie sich für eine neue Abstimmung des kräftigen Zweizylinders entschieden, der mit einem kürzer abgestuften Sechsganggetriebe kombiniert wurde, und eine äußerst druckvolle Beschleunigung ermöglicht. Übrigens wurde in diesem Zusammenhang auch die Schwinge ein wenig verlängert, um so das Streben des Vorderrads gen Himmel zu dämpfen.

In Zahlen ausgedrückt liest sich das so: Der flüssigkeitsgekühlte 72-Grad-V2 leistet 148 PS bei 9.800 U/min - damit stellt die Buell sowohl die Super Duke von KTM in den Schatten wie auch die Tuono von Aprilia oder die wesentlich teurere Benelli TnT 1130 Café Racer - und drückt ein maximales Drehmoment von 111 Newtonmetern ab, das bei 8.000 Touren ansteht.

Auch jenseits dieser Marke gibt es kein Halten: Sonor rennt der Twin in den bei 10.500 Umdrehungen beginnenden roten Bereich. Um die Kraftübertragung kümmert sich der bekannte Zahnriemen. Und der hat so manche Belastung zu verdauen. Dank der neuen Getriebeabstufung drängt die CR schon bei 2.000 Umdrehungen vehement voran - die 1125R hingegen quittiert solche Drehzahlniveaus mit unmütigem Schütteln. Dort geht die Luzi erst bei knapp 3.000 U/min ab. Bisher zumindest. Denn zum neuen Modelljahr soll die neue Motorabstimmung auch der R zugute kommen. Das dürfte denn auch für einen etwas moderateren Verbrauch sorgen, der bei der ersten 1125 gerne mal bei acht oder mehr Litern rangieren kann. Exakte Verbrauchsdaten für die CR liegen im Moment noch nicht vor.

All die schönen Pferdestärken wären jedoch totes Kapital ohne ein vernünftiges Fahrwerk. Hier macht man bei Buell ohnehin keine Kompromisse, wie sich bei der 1125R zeigte. So profitiert folglich auch die eng verwandte CR vom voll einstellbaren Hinterrad-Federbein und der ebenfalls voll einstellbaren Showa Upside-Down-Vorderradgabel mit ihren 47 Millimeter starken Tauchrohren.

Reine Einstellungssache ist auch die Form des Lenkers. Neben dem serienmäßigen M-Lenker steht zusätzlich ein breiterer Superbike-Lenker-Kit zur Verfügung, der 320 Euro kostet. Darin enthalten sind neben dem breiteren Lenker noch verlängerte Gas-, Brems- und Kupplungskomponenten. Wer Wert auf einen noch engeren Bezug zum Vorderrad legt, sollte sich die Investition überlegen. Letztlich aber muss das jeder für sich selbst entscheiden.

   
Der top-moderne, wassergekühlte Vierventil-V2 hat mit vergangenen Harley-Reproduktionen nichts mehr gemeinsam. Ungewöhnlich ist auch der M-Lenker. Überhaupt treffen bei kaum einem anderen Bike Klassik und Moderne derart gelungen aufeinander. Wer's dennoch mehr in Richtung Superbike mag, wird sich über die Breitlenker-Variante freuen und die zusätzlichen 320 Euronen mit einem Lächeln über die Theke schieben

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