|
(BU/rf) Im Rahmen ihrer „Road Show“ durch die Verkehrsministerien der Länder war eine Abordnung der Biker Union e.V. (BU) am 11. November 2009 bei Minister Volker Schlotmann (SPD) in Schwerin zu Gast. Ziel dieses ersten Gedankenaustauschs war das gegenseitige Kennenlernen sowie die Vorstellung der Arbeit der Biker Union e.V., die sich seit ihrer Gründung vor 23 Jahren für die Interessen der Motorradfahrer in Deutschland, in der EU und in den relevanten UN-Gremien einsetzt. Aber auch konkrete Einzelthemen, wie die Kampagne der MID Motorrad Initiative Deutschland e.V., dem Koordinierungsgremium der deutschen Fahrerverbände, zum Vorbeifahren an Kolonnen im Stau, standen auf der Tagesordnung.
„Das Gespräch mit Minister Schlotmann fand in einer sehr entspannten Atmosphäre statt“, sagte Rolf „Hilton“ Frieling, Vorsitzender der BU, im Anschluss an den Besuch. „Der Minister war bis vor kurzem selber leidenschaftlicher Motorradfahrer und kannte daher viele der diskutierten Probleme aus eigener Erfahrung. Besonders gefreut haben uns natürlich die pragmatischen Vorschläge des Ministers zur künftigen Zusammenarbeit seines Hauses mit der BU.“
„Unsere Argumente für die Nutzung der Rettungsgasse durch motorisierte Zweiradfahrer im Stau auf der Autobahn sind bei Minister Schlotmann auf fruchtbaren Boden gefallen“, ergänzte Dieter Schnabel, Verantwortlicher für politische Kontakte der BU. „Trotz der bisherigen Bedenken wird Mecklenburg-Vorpommern unseren Vorstoß zur Änderung der Straßenverkehrsordnung in den weiteren Diskussionen mit dem Bund und den Ländern unterstützen. Damit haben wir eine erste Bresche in die Ablehnungsfront der Länder geschlagen, ein großer Erfolg unserer hartnäckigen Arbeit im Interesse aller Motorradfahrer.“
Besonders am Herzen lagen dem Minister gemeinsame Aktionen zur Verbesserung des Images der Motorradfahrer in der Öffentlichkeit. Über mögliche Ansätze werden sich beide Seiten in den nächsten Monaten intensive Gedanken machen. Zudem sagte der Minister zu, dass er die BU im Vorfeld der regelmäßig stattfindenden Verkehrsministerkonferenzen um ihren sachverständigen Rat zu anstehenden Motorradthemen bitten wird. In wie weit das „Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken“ (MVMot) im Straßenbau von Mecklenburg-Vorpommern Anwendung findet, lässt der Minister hausintern prüfen.
Interessante Gemeinsamkeiten im Denkansatz ergaben sich bei der Diskussion der Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie in nationales Recht. „Deutschland hat schon heute das restriktivste Führerscheinrecht für motorisierte Zweiradfahrer in Europa. Ob das alles der Verkehrssicherheit dient, sei dahin gestellt. Mit einer möglichen Rückkehr zur der vor vielen Jahren in Deutschland abgeschafften Aufstiegsprüfung zwischen den neuen Klasse A2 und A würde die Schraube noch weiter angezogen“, sagte der Minister.
„Mit den derzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 45 km/h für Mopeds und 80 km/h für jugendliche Fahranfänger der Klasse A1 treiben wir die Jugendlichen geradezu in die Illegalität“, ergänzte Frieling. „Denn ohne die Möglichkeit des Mitschwimmens im fließenden Verkehr kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, in denen der Zweiradfahrer schlechte Karten hat. Unerlaubte Manipulationen an den Fahrzeugen sollte man daher nicht generell als jugendlichen Leichtsinn abtun, sondern ist Überlebensstrategie für die betroffenen Fahrerinnen und Fahrer. Deswegen treten wir dafür ein, im ersten Schritt die 80 km/h-Grenze, die mit Umsetzung der neuen Richtlinie sowieso wegfällt, bereits im Vorfeld abzuschaffen.“
„Das Gespräch mit dem Minister wird unsere bereits existierenden Kontakte zum Ministerium auf eine neue Basis stellen“, merkte der Verantwortliche für den BU-Stammtisch Schwerin, Rüdiger „Rudi“ Niess, an. „Als Vertreter der BU vor Ort freuen wir uns auf eine Intensivierung der Zusammenarbeit.“
|