Indian kehrt zurück zu den Wurzeln – neuer Motor im alten Gewand

Pünktlich zur traditonellen Daytona Bikeweek 2013 taucht der Name Indian wieder in der Motorradszene auf:

Indian Thunder Stroke 111

Die älteste amerikanische Motorradmarke hat im April 2011 zum wiederholten male den Besitzer gewechselt. Jetzt präsentiert der Polaris – Konzern das Ergebnis von knapp zwei Jahren Entwicklungsarbeit.

Der vorgestellte Motor „Indian Thunder Stroke 111“ mit über 1,8 Litern Hubraum und einem Drehmoment, für das sich kein Traktor schämen müsste wird die Motorradszene sicher polarisieren.

Die Fachpresse schreibt: „Ab 2014 soll die Wuchtbrumme in nagelneuen Indians arbeiten.“, oder bei dem Verweis auf einen Link mit Sound: „Und so hört sich der Batzen derzeit an:“.

Ja, es ist kein filigraner Hightechmotor, es ist ein grobes, ehrliches Kraftpaket in einem legendären Outfit.

Die technischen Daten

Indian Motorcycle Thunder Stroke 111


Hubraum: 111 cui / 1819 ccm
Drehmoment: über 156 Nm
Aufbau: 49° V-Twin, luftgekühlt mit integriertem Ölkühler, linksseitiger Lufteinlass, nach unten gerichtete Abgasauslässe, parallele Stößelstangen, große Ölwanne mit Semi-Trockensumpfschmierung und übergroßem Ölkühler, geschmiedete Kurbelwelle
Ventilsteuerung: 3 Nockenwellen, Stößelstangen, 2 Ventile je Zylinder mit wartungsfreien Hydrostößeln
Kraftstoffanlage: Sequentielle elektronische Einspritzung und elektronische Drosselsteuerung
Verdichtung: 9.5 : 1
Getriebe: klauengeschaltetes 6-Gang Overdrive Stirnradgetriebe
Kupplung: Mehrscheiben-Nasskupplung mit Aluminumkorb und integriertem Drehmomentlimiter

Die Ansage ist klar und deutlich. Nach jahrzehntelangen Umwegen ist die Marke „Indian“ wieder zu Hause angekommen.

Der Motor ähnelt dem der legendären Indian „Chief“ aus den späten 40er Jahren so stark, dass der Schriftzug auf dem Kurbelgehäuse nicht nötig ist, um zu erkennen: „Das ist ein Indian – Motor!“. Noch gibt es kein Motorrad rund um die „Wuchtbrumme“.

Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Eigentümer des ältesten, amerikanischen Markennamens für Motorräder den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen und der Fangemeinde endlich mal wieder eine „echte“ Indian anbieten.

Ein Motorrad für die breite Masse ist sicher nicht zu erwarten. Wenn man betrachtet, welche Summen für gut erhaltene „Chief“ Modelle aus der Blütezeit der Indian – Produktion bezahlt werden, dann dürfte die Zielgruppe klar sein. Sammler, Fans und Motorradverrückte mit nicht allzu schmalem Geldbeutel.

Dieser Motor ist vor allem eins, er ist schön. Wenn es den Motorradentwicklern von Polaris gelingt, ihn in ein ebenso schönes Motorrad zu bauen, könnte die Marke Indian durchaus an die traditionellen Erfolge anknüpfen.

Bildquelle: Flickr meriden.triumph under CC

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