Am 29. Juli ist es so weit, dann startet die Mini Road Racing
Europameisterschaft. Dem Deutschen Motorsport Verband e.V. ist es gelungen,
erstmals seit 2002 diese Veranstaltung nach Deutschland zu holen. Nur Dank
der tatkräftigen Unterstützung seiner starken Clubs kann die
Europameisterschaft ausgetragen werden. Der MSC Wittgenborn, UMC Ulm und die
Pocketbike IG München begannen bereits vor einem Jahr mit den
Vorbereitungsarbeiten. Nun darf der Vogelsbergring im hessischen Wittgenborn
über 100 Teilnehmer aus elf Nationen begrüßen.
Italien bringt erwartungsgemäß die meisten Fahrer an den Start. Aber es gibt
genug Herausforderer, die den letztjährigen italienischen Gesamtsieg in
allen Klassen verhindern wollen. Sogar die kleine Republik San Marino
schickt einen Nachwuchsfahrer ins Rennen. Gleich zwei Fahrer werden die
Farben Sloweniens vertreten. Der weiteste Anreiseweg steht aber den fünf
spanischen Teilnehmern bevor. Von unseren Anrainern haben die Niederlande am
meisten Fahrer genannt. Aber auch die Hymnen von Dänemark, Belgien, Schweiz,
Österreich und Tschechien könnten bei der Siegerehrung erklingen.
Daumen drücken ist natürlich für unsere heimischen Piloten angesagt. In der
Kategorie Junior A kämpfen die jüngsten Fahrer von sieben bis zehn Jahren um
den EM-Titel. In dieser stark besetzten Klasse fahren stolze sieben Jungs
unter der Flagge des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund). So stehen mit Lukas
Tulovic (Eberbach) und dem Mannheimer Dirk Geiger die aktuell Führenden der
Deutschen Meisterschaft am Start. Aber auch Dennis-Norick Stelzer
(Pirna-Dohma), Jonas Hähle (Erlbach-Kirchberg), Moritz Schreyer
(Hohenstein-Ernstthal) und Leon Orgis (Arnsdorf) konnten dieses Jahr bereits
auf das DM-Podest der Klasse Junior A klettern. Der Nattheimer Justin Stegk
komplettiert als Jüngster das deutsche Aufgebot. Als fahrbarer Untersatz in
dieser Klasse dienen nur einen halben Meter hohe und noch nicht einmal einen
Meter lange Pocket-Bikes. Angetrieben werden sie von gedrosselten Motoren
mit 40 ccm (2-Takt) oder 90 ccm (4-Takt) Hubraum.
Ebenfalls gut besetzt sind die weiteren drei Pocket-Bike-Klassen Junior B,
Senior Open 40 und Senior Open 50. Im Unterschied zur Junior A treten hier
die etwas älteren Fahrer an. Die 40 und 50 im Klassentitel kennzeichnen aber
natürlich die Hubraumkategorie und nicht das Alter. Denn hier darf von
10-12, 12-15 bzw. ab 13 Jahren angetreten werden. Anders als bei den
Kleinsten sind die Bikes weniger bzw. gar nicht gedrosselt. Bei diesen drei
Klassen erwarten uns auf jeden Fall auch spannende Rennen der Jugendlichen
und Junggebliebenen, allerdings ohne deutsche Beteiligung.
Eine Bereicherung der ursprünglich reinen Pocket-Bike Europameisterschaft
stellen die etwas größeren Mini-Bikes dar. Seit letztem Jahr starten sie
ebenfalls im neuen Format der EM. In den nunmehr drei weiteren Klassen mit
den Bezeichnungen MiniGP 50, 70 und 100 kämpfen Zehn- bis Fünfzehnjährige um
Siege und Titel. Die Motorräder dieser Kategorie sind etwas größer als die
Pocket-Bikes und sehen schon wie richtige Rennmaschinen aus.
Drei deutsche Rookies treten in der MiniGP 50 an. Maximilian Sohnius
(Hausham) belegte zuletzt bei seiner Generalprobe zum ADAC-Cup in
Wittgenborn den dritten Platz. Als Lokalmatador steht der Rockenberger
Maurice Ullrich in den Startlöchern. Robin Jörger (Offenburg) macht das Trio
in der Klasse bis 50 ccm komplett. In der hubraumstärkeren Klasse MiniGP 70
tritt Michael Gerstacker aus Hartenstein an. Er führt momentan in der
nationalen Nachwuchs-Wertung seiner Klasse.
Somit reisen insgesamt elf junge Männer zur EM im eigenen Land nach
Wittgenborn. Vom 29. Juli bis 1. August ist also Anfeuern und Mitfiebern
angesagt. Schließlich stellen Pocket- und Mini-Bike-Rennen die Basis der
Jugendarbeit im Straßensport dar. Der spielerische Umgang mit den kleinen
Motorrädern im Kindesalter hat schon Stars wie den mittlerweile neunfachen
Weltmeister Valentino Rossi hervorgebracht. Aber auch die Vorbilder Sandro
Cortese und Marcel Schrötter unterstrichen zuletzt beim Grand Prix am
Sachsenring, dass sie in Rossis Fußstapfen treten möchten.
Wer die Weltmeister von morgen live erleben will, muss nach Wittgenborn
kommen. Vier Tage volles Programm, jeweils von ca. 8.30 bis 18 Uhr, und
Rennsport vom Feinsten sind garantiert. Los geht es am Donnerstag zunächst
mit fünf Trainingssitzungen für alle Piloten. Auch am Freitag, Samstag und
Sonntag beginnt jeder Veranstaltungstag mit freien Trainings aller Klassen.
Auf Zeitenjagd geht es dann ab Freitagmittag. In den beiden Qualifyings pro
Klasse werden die Startplätze ausgefahren. Diese können dann am
Samstagvormittag erstmals bezogen werden, wenn die insgesamt sieben Klassen
jeweils zwei Rennen absolvieren. Am Sonntag steht nach der offiziellen
Eröffnungs-Zeremonie ab 11.15 Uhr das dritte Rennen jeder Klasse an, dessen
Ergebnisse mit doppelter Punktzahl in die Gesamtwertung einfließen. Gegen 16
Uhr sind dann alle Entscheidungen gefallen und sieben Fahrer dürfen sich als
Europameister feiern lassen! Weitere Informationen bietet die
Veranstaltungs-Homepage www.mini-road-racing.eu.
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